Das politische System Costa Ricas

In Costa Rica erleben von GiuliaSchreibe einen Kommentar

Costa Rica zählt zu den landschaftlich reizvollsten Reisezielen Zentralamerikas. Als eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas gewinnt das Land seinen Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen und rund 27 Prozent der Fläche des Landes stehen unter Naturschutz. Die Bereiche Bildung und Gesundheit werden bereits seit 1948 gezielt gefördert und seit den 1950er Jahren präsentiert sich Costa Rica mit einer stabilen Demokratie.

Die Schweiz Zentralamerikas

Als präsidiale Republik mit zentraler Verwaltung besteht die heute gültige Verfassung Costa Ricas bereits seit 1949. Bereits im Jahr 1889 wurde in Costa Rica das Präsidentenamt erstmals gewaltfrei nach dem Wahlsieg der Oppositionspartei übertragen. Da das Land nach einem sechs Wochen anhaltenden Bürgerkrieg im Jahr 1948 das Militär zugunsten von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abschaffte und eine gefestigte Demokratie entstand, blieb das Land von sozialen Unruhen im 20. Jahrhundert verschont. 1983 erklärte die Regierung von Costa Rica dauerhafte Neutralität, als es in den Nachbarländern zu bewaffneten Konflikten kam.

Exikutive – Legislative – Jurisdiktion

Das Parlament ist Teil des politischen Systems Costa Ricas (Asamblea legislativa) und steht für die Legislative. Alle vier Jahre werden 57 Abgeordnete durch das Volk gewählt. Jeder Abgeordnete muss sich nach 4 Jahren aus dem Parlament verabschieden, hat aber die Möglichkeit nach einer 4-jährigen Pause ein weiteres Mal zur Wahl anzutreten. Zu den Aufgaben zählen der Staatshaushalt und die Ernennung der obersten Richter des Landes.

Als Staatsoberhaupt und Regierungschef fungiert im politischen System in Costa Rica der Staatspräsident. Dieser wird ebenfalls alle 4 Jahre durch das Volk gewählt. Dieser ernennt unter anderem die Minister und Ministerinnen des Landes, stellt den Staatshaushalt auf, ernennt die Gouverneure und übernimmt auch die repräsentativen Aufgaben. Eine Wiederwahl des Präsidenten ist nur einmalig nach einer 8-jährigen Pause möglich.

Die Jurisdiktion wird vom obersten Gerichtshof ausgeübt. Als höchstes Rechtssprechungsorgan sind die Aufgaben der obersten Richter sehr vielfältig. Seit 1989 ist der Gerichtshof nicht mehr nur die letzte Instanz in den Bereichen Zivil- und Strafrecht, sondern fungiert auch als Verfassungsgerichtshof.

Das Wahlrecht und die Parteien

Bereits seit 1959 besteht in Costa Rica nicht nur das allgemeine Wahlrecht ab dem 18. Lebensjahr, sondern es besteht Wahlpflicht. Im Jahr 1949 mit Einführung der Verfassung wurde auch Menschen schwarzer Hautfarbe und Frauen das aktive und passive Wahlrecht eingeräumt. Im Jahr 1996 wurde vom Gesetzgeber eine Frauenquote von 40 Prozent eingeführt. Seit 2014 haben auch Costa Ricaner, die im Ausland leben, die Möglichkeit an den Wahlen des Landes teilzunehmen.

Die Parteienlandschaft des Landes zeigt sich vielfältig, wobei die PLN und PUSC als die beiden etablierten Parteien gelten, die über viele Jahre die Regierung gestellt haben. Da die PAC jedoch im Jahr 2002 unerwartet gute Wahlergebnisse erreichte, hat sich die politische Landschaft des Landes weiter geöffnet und infolge dessen wurden in den Folgejahren zahlreiche weitere Parteien gegründet, deren Mitglieder heute durchaus die Politik des Landes mitgestalten.

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